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Dienstag, 2. Juni 2009

Political Asylum in Pynchonland

Secure hatches fore and aft. . . . All hands prepare to submerge . . . .
We are heading for Pynchonland! A strange place, just around a multidimensional corner, which one might cut by means of fancy untested machinery or just good ol' dynamite. Lest you find yourself as overwhelmed by the sheer volume (and, certainly, density - or should I say, information entropy function) of Pynchon's latest novel, as I certainly do, I suggest you start with something other than his latest, Against the Day.

Against the Day is a casket, containing Pynchon's obsession with 1900s physics, anarchism and popular entertainment. It's all about waking up one fine day, tasting a Proustian madeleine thus suddenly recalling not only another time, but an entire other-self that's been separated from you by the means of icelandic spar --- an enigmatic mineral that twists the aether in such a way, that the imaginary part of the time-plane becomes orthogonal to the spatial dimensions (or something pretty close to this anyway) thus splitting the subject into multiple, co-existent entities.
What I love most about AtD is the concept of the Chums of Chance, a "celebrated aeronautics club", which leads a sort of double existence, as both characters within AtD, as well as a group of characters within various dime novels read by various other characters within AtD! At some point they even wonder about their stereotypicalness, truely stranger than fiction.

Businesscard of a typical character in a Against the Day

Besides mind-boggling thought-experiments in theoretical physics (was that a 2nd order oxymoron, perhaps?), the novel is a caricature of class warfare. Wage-slaving Prolterians fight the wealthy, vile Vibe family ("the bad vibes", d'uh). Of course, this being America, this is not a fight for communism, but rather anarchism. Still, it's miners versus owners, featuring the miner's iconic weapon of choice, several sticks of dynamite!
Anarchism is a topic of deserved curiosity. Owing to the late hour, I will simply cut to the chase: Although anarchism has this very romantic, liberal air, would not a great many of the proposed "anarchisms" (such as anarcho-syndicatism et cetera) either result in a liberal welfare micro-state, or simply turn a blind eye on social injustice? - Just a gut feeling, not an expert's opinion, mind you.



Post Postum: Post Euphoria in English! This was a first! See you next week in French (going to be a one-liner I bet) --- Oh, one year anniversary as well :3

Freitag, 15. Mai 2009

Das Gadget Posting

Wie versprochen, ein Spielzeug-Posting. Musste mich fast zwingen, das doch zu tun.

"Per Kategorischer Imperativ sind Versprechen nicht zu brechen, Lukas!"

Ich würde mich selbst nicht als so ein "Gadget"-Freak bezeichnen. Aber eine gewisse Faszination für kleine Elektronik habe ich schon. Wie man halt irgendwie so muss, trage ich jeden Tag fleissig ein Mobiltelefon mit mir herum. Dabei fiel meine Wahl auf ein Clamshell von SE, z610i. Tastatur überzeugte.
Dabei vielleicht noch eine Anekdote von meinem Schwerpunkt-Fach Psychologie Lehrer (Ja, Herr G), der bei so einer Klapptelefon Werbung mit einem Muschel/Telefon Vergleich meinte, da würde doch offensichtlich eine Allusion zu einer Vagina stattfinden, wobei das Sprechen "in die Muschel, zur Perle" ja klar mit dem Cunnilungus gleichzusetzen ist. Gold.

Da ich die 20 Minuten Fussmarsch von Zuhause zum Bahnhof und umgekehrt jedoch nicht mit Telefonieren füllen kann, und ich mich doch recht leicht langweile, schleik ich dazu noch einen "Portable Media Player" (PMP, dh. MP3-Gerätli) mit mir mit. Damit höre ich dann Musik. Also, praktiziere so eine Art "Hobby On The Go". Schrecklich, wie verwöhnt man mit der Zeit wurde...

Links Telefon, rechts Musikspieler.

Mein PMP der Wahl war lange ein Creative Zen Touch, weil längere Batterie als iPod. Der Zen Touch und ich vertrugen uns jedoch recht scheisse; Die Festplatten-Technologie war da irgendwie noch nicht so reif, und ich hatte, iirc, 2 Garantiefälle. Der 3. Defekt wurde dann nicht mehr gedeckt, und ich kaufte einen Creative Zen Vision:M (Ja, die Namen sind wirklich der Horror). Das Vision:M Modell fand, und finde ich immer noch, absolut genial. Das Interface ist durchdacht, erlaubt selbst bei hunderten von Künstler und Alben noch Übersicht, speziell die "Album of the Day"-Funktion überraschte mich immer wieder.

Jedoch wurde z610i alt und unschön, und der Zen alt und launisch --- Die Batterie mochte mich irgendwie nicht mehr, hielt nur noch eine Stunde. Ganz doof. Der Plan: Beide mit einem einzigen Gerätli ersetzten und Hosentaschen und Suchzeit sparen.
Ich entschied mich, wie fast aus einer Laune heraus, für das neue (erste) Nokia Touchphone, 5800 Xpress Music.

Ja, das ist Facebook.

Das ganze ist eine eher gemischte Erfahrung. Ich mag das Telefon grundsätzlich. Was mich primär stört, ist das Material. Der Plastik Stylus fühlt sich einfach nicht so gut an, wie jene Styli bei HTC Telefone, welche aus Metall mit Plastik-Kappe sind.
Das Pleck scheint mir eher Gimmick als Inputmethode, weil ich mit meinen Fingernägel mindestens so gut Dinge antupfen kann.
Das Interface des Musikspieler-Programms überzeugte mich ebenfalls nicht vollständig, aber da habe ich wohl zu hohe Ansprüche. Sound Qualität scheint mir jedoch mit dem Zen vergleichbar; Vor allem mit so Knopf Headphones fällt mir praktisch keinen Unterschied auf. Der Lautstärkenregler könnte ein wenig feinstufiger sein.
Der Webbrowser passiert auf Webkit (Safari, modifizierte KHTML Engine halt), was mir natürlich gefällt. Multitasking funktioniert perfekt, Batterie überzeugt. Nokia spendiert zig Accessories zum Telefon dazu, sogar einen Composite-Out - Wie gut, dass mein 24" Dell das sogar noch unterstützt ;)
Für den Preis bestimmt empfehlenswert, trotz Macken.

Dienstag, 28. April 2009

Rachemitgefühl

Sympathy for Lady Vengeance, 2005

Was ist Rache? --- Wenn man einer Ungerechtigkeit mit einer weiteren begegnet. Also, ein Rollentausch. Der Täter wird zum Opfer, das Opfer wird zum Täter. Das groteske daran ist natürlich, dass dieser Rollentausch erneut möglich ist (Fehde).
Wie ist dieses Problem zu lösen? Aus Laune denke ich erstmal an die Bibel. Im Alten Testament wird ja noch von "Auge für Auge" gesprochen, aber das ist ja nur Vergeltung, und keine Rache. Explizit um Rache geht es erst wieder im Neuen Testament, genauer Röm12:19, wie folgt:

(14) Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht.
[...]
(19) Rächet euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum. Es steht ja geschrieben: "Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr"
Eine höchst elegante Lösung. Für Christen kommt Nächstenliebe vor Rache. Sünden werden jedoch nicht vergessen, so dürfen die Christen Gott vertrauen, der sich um ihre Rache kümmern wird. Gleichzeitig wird auch noch gesagt, dass er gar keine Rache, sondern nur Vergeltung übt --- Auge um Auge eben, dann beim Jüngsten Gericht o.Ä.
Im "modernen" Staat ist das ja genau gleich. Ich vergelte selbst erstmal gar nichts, und lasse jemanden anders das Vergelten übernehmen. Das ist höchst faszinierend: Der Staat hat das Recht, teile des Rechtes zu missachten, ohne selbst Vergeltung zu fürchten. Ein notwendiges Übel, ja?

Was aber, wenn das nicht genug ist? --- Strafe ist ja nicht nur transzendente Freisprechung des Bestraften von seinen Sünden, sie müsste ja auch einen Psychologischen Komponenten aufweisen. Prävention sowie Korrektion halte ich für eher uninteressant, aber die Genugtuung hingegen fasziniert mich. Wie hart muss eine Strafe ausfallen, dass die Geschädigte Partei Genugtuung erfährt? Ist das überhaupt möglich?


Old Boy Trailer, Amerikanische Version

Dieser Neigung entsprechend mag ich Park Chan-wooks Vegeance Triologie auserordentlich. Wie der Name impliziert, dreht es sich bei diesen drei Filmen (Sympathy for Mr. Vengeance 2002, Old Boy 2003, Sympathy for Lady Vengeance 2005) um Rache. Die Filme sind graphisch extrem explizit, Verstümmlungen, Vergewaltigungen und viel Blut. Aber darum schaue ich es ja nicht. Nein, ich bewundere Parks Kunst als Regisseur. Nicht nur die Cinematographie, auch der Entschluss die gesamte Trilogie in Barock Musik zu hüllen ist ein Fest --- Tarantino-mässig.
Der Erzählstil (wenn man das so nennen kann, bei Filmen) ist oft willentlich inkohärent, Enden mehrdeutig, Charaktere komplex. Nur das Motiv der Rache bleibt.

Mein Favorit ist Oldboy, aufgrund dem Spiel mit den Strukturen und diesem Zwist am Ende. Ich sah mir heute jedoch den letzten Teil, Sympathy for Lady Vengeance erneut an --- Grund dazu war natürlich das überraschte Erlangen der Bluray Version.

Was Lady Vengeance so besonders macht, ist der letzte Abschnitt. In diesem treffen sich 4 Familien, deren Kinder von einem Serientäter umgebracht wurden mit der Protagonistin, welche ebenfalls eine persönliche Fehde gegen diesen Serienmörder und Erpresser namens Beak hat. Herr Beak wird in einem Nebenraum festgehalten (Szene auf dem Bild unten ersichtlich).

Sympathy for Lady Vengeance, 2005

Die Familien werden nun von der Protagonistin Geum-Ja vor die Wahl gestellt, ihre Rache persönlich zu verüben, oder Beak der Polizei auszuliefern. Die Szene ist wirklich ein Meisterwerk. Eine der Familien ist offensichtlich Reich (Golduhr, geschieden), andere leben bescheiden. Ihre Diskussion wird in den Nebenraum per Mikrophon übertragen --- Beak hört also mit.

Die erste Frage welche gestellt wird, ist, ob denn Beak eigene Kinder hätte (Auge für Auge).
Als dies verneint wird, will der Reiche wissen, wofür er dann das Geld wollte, wenn nicht für seine Kinder? --- Antwort, er sparte es einfach.
In einer späteren Szene stecken sämtliche Familien ein wenig beschämt Geum-Ja ihre Kontodaten zu. Genugtuung?
Als nächstes wird an der Polizei gezweifelt, der Vorschlag wird laut, Geum-Ja soll ihn doch töten, weil sie ja bereits Straffählig sei. Es wird abgestimmt, dabei stimmen alle bis auf eine Mutter für die individuelle Rache.
Die Furcht, selbst das Ziel von Gesetzlicher Vergeltung zu werden, ist so gross, dass sie sich darauf einen Pakt zu machen, einen jeden Verräter wiederum zu Rächen.
Sie entscheiden sich dafür, dass jede Familie alleine Beak besucht --- Rache sei etwas privates.

Lady Vengeance, "Wartebank" für die Familien

Das ganze endet Blutig (man beachte den Plastik Blachen im 2. Bild, um das ganze Blut aufzusammeln). Gewisse müssen sogar davon abgehalten werden, Beak zu töten, bevor jede Familie dran kam.

Tönt Grausam, aber Parks Kunst ist es, die Sympathien des Zuschauers gezielt zu lenken. Für eine Szene lang hat man Mitleid mit Beak, und in der Nächsten bereits wünscht man ihm einen grausamen Tod. Park erzeugt ein Rachemitgefühl welches involviert. Immer wieder sehnswert!

Freitag, 6. Februar 2009

Filme

Erst gestern Nacht behauptete ich, mein Hobby sei es Filme zu schauen. Daher gibt es jetzt ein Posting über bemerkenswerte Filme, welche ich in letzter Zeit gesehen habe. Geordnet nach Sprache.


Le Scaphandre et le Papillon
(The Diving Bell and the Butterfly; Julian Schnabel 2007 Frankreich, Drama)

Es handelt sich hierbei um die Verfilmung Jean-Dominique Baubys Memoiren. Monsieur Bauby ist vollständig gelähmt, bis auf sein linkes Augenlied (das sei "Locked-In Syndrom"). Durch Blinzeln diktiert er die verfilmten Memoiren.
Was mich erstaunte, war der meisterhafte Einstieg in M. Baubys Situation. Das Medium Film wird perfekt ausgenutzt, um die Metapher der "Taucherglocke" in der Bauby festteckt zu erläutern. Der Zuschauer steckt in der Egoperspektive fest, die Kamera bleibt ohne Fokus, alles scheint verwaschen und Aktionen finden ausserhalb des "Gesichtsfelds" statt. Genial.


99 Francs

(Jan Kouen 2007 Frankreich, Komödie)

Ein weitere Buchverfilmung. Suject der Satire ist das Werbebusiness - Designer Octave lebt in Saus und Braus, besucht Meetings auf Cocain. Der Anfang ist toll; Der Schluss hat mich entäuscht. Starker Soundtrack!



Bild ist meine Lieblingsszene. Octave setzt Sophie seine Brille auf um "sich selbst einwenig zu küssen". Gold.
(Danke an Julie, welche mir diesen Film empfahl - Merci!)


Dancer in the Dark
(Lars von Trier 2000 USA, Drama)

Ich war mega überrascht, Björk zu sehen. Entging mir irgendwie total, dass sie dort mitspielt. Ich mag Björk, so rein von der Musik her. Obwohl dies definitiv kein Dogme Film mehr ist, fühlt sich das ganze trotzdem noch sehr fremd an - Dokumantarhaft. Die Farben und Kameraführung besonders. Während Musik Einlagen kippt das Ganze jedoch.

Hmnn, ich oute mich jetzt wohl als Banause. Aber so toll fand ich das nicht.


Quiet room ni yôkoso
(クワイエットルームにようこそ, Welcome to the Quiet Room; Suzuki Matsuo 2007 Japan, Komödie)

Uchida Yuki ist so kawaii. Nein wirklich.


Der Plot ist schnell erklärt: Journalistin wird in eine Psychiatrische Klinik zwangseingeliefert. Sie findet heraus, wieso.
Gesellschaftskritik? Sehr sehr ja. - Oh, und Hideki Anno (NGE) spielt mit.


Yeogo Goedam II - Memento Mori

(Whispering Corridors 2 - Memento Mori; Tae-Yong Kim & Kyu-Dong Min 1999 S. Korea, Genre?)

Ich schaue sehr selten Horrorfilme. Darum brauchte ich auch erst eine Ausdrückliche Empfehlung. Danke, danke Julie!

Memento Mori erzählt die Geschichte zweier homosexueller Schülerinnen einer Mädchenschule.


Das Bild zeigt besagtes Paar - Shi-Eun (liegt) und Hyo-Shin. Diese Beziehung geht jedoch in die Brüche und Hyo-Shin begeht Suizid. Dadurch gerät die Schule in eine Depression. Hyo-Shin geistert mit Hilfe ihres mit Shi-Eun gemeinsam geführten Tagebuches herum und es kommt zur Massenpanik. Banal, klischée und kitschig. Oder?
Der Film entfaltet seine Stärken in den Details - Und davon, gibt es unzählige.


Was mich extrem erstaunte, war wie viel Sympathie ich für diese lesbische Beziehung empfand. Ganz ehrlich. Wenn mir ein Film eine Hetereosexuelle Beziehung zeigt, erscheinen mir diese ja gezwungenermassen in einem Kontext von eigenen positiven sowie negativen Erfahrungen (Identifikation. Undso). Lesben erscheinen mir jedoch total überbewertet - Eben dadurch, dass der Kontext fehlt. Daher ist es viel einfacher, mir eine idealisierte, lesbische Beziehung zu zeigen, als eine verschiedengeschlechtliche.
Sowieso, was ich von homosexuellen bzw. bisexuellen Frauen halte ist höchst Problematisch. Angenommen, meine Partnerin würde eine andere Person begrabschen und diese würde es freuen. Wäre diese Person weiblich, würde ich das wohl noch lustig finden. Wäre es ein Mann, wäre ich definitiv hässig - Denke, das hängt mit irgendwelchen patriarchalischen Ménage-à-trois mit 2 Frauen zusammen. Oderso.


Eine sehr starke Metapher ist ein Klavier, bei dem einige Tasten nicht funktionieren.


Um ein solches Klavier zu erhalten trennt Hyo-Shin einige der Stränge, welche die Tasten des Klaviers mit der übrigen Klaviermechanik verbinden. Dabei erklärt sie:
Can you hear? The world is made of sounds. People have their own tune. It can become a harmony or a dissonance. Together, we could make the perfect harmony.

Später schmückt sie die Innenseite des Klaviers für Shi-Eun.
Das Klavier ist wie ein Mensch, oder dessen Welt. In gewissen Tonlagen ist es unmöglich festzustellen, dass er sich massgeblich von anderen unterscheidet. Es kann jedoch plötzlich passieren, dass wir auf eine Taste drücken und nicht das geschieht, was wir erwarten (ie: Horror/Ghost Story ensues).
Was uns bleibt, ist es eben dieses Klavier zu hegen - Oh, und, apropos Klavier. Der primär solo Klavier basierende Soundtrack ist toll!


In Asien werden Schüler ja jedes Jahr (?) gemessen und gewogen, bei Schülerinnen wird auch der Brustumfang gemessen. Zu diesen "Physical Examinationen" Hyo-Shin:
"Can all the changes in my weight and height...
Can these numerical values truly explain my growth?"
Die Antwort scheint trivial: Nein, wie sollte man den Zustand einer Person durch solche Messwerte ausdrücken? - Aber wie sollte man es denn sonst? Wenn nicht mit Worten und Zahlen, dann wieso mit Bilder und Tönen im Film? Alte, doofe Frage; Aber, wirklich?


Ein weiteres Detail von Wert, war diese Schildkröte, welche wohl den abschliessenden Kommentar zum Thema Mobbing bildet.



- - - Es gibt zig solche Dinge. Ich habe den Film etwa eineinhalbmal geschaut, weil der Aufbau so verdammt verwirrend ist und ständig in der Zeit hin-und-her gesprungen wird. Nervig oder Kunst, ich weiss es nicht.
Auch verstehe ich den Zusammenhang des Geschehens et cetera mit "Memento Mori" überhaupt nicht. Memento Mori bedeutet ja "Erinnere dich, dass du sterben wirst". Wird im Film aber nicht so benutzt, oder eventuell (?) wird der Zusammenhang sogar falsch hergstellt mit "Erinner dich der Toten" (wohl eher "Memento Morti" oder ähnlich).

Nichtsdestotrotz fand ich Memento Mori einen tollen Film! Werde mir wohl den rest der Quadriologie anschauen, irgendwann - oder wohl eher: irgendwie.

Dienstag, 3. Februar 2009

Schlechter Lebenstandart, billige Unterhaltung, nichts Besseres da.

Ich erzähle jedem, dem ich kann, dass Winter und primär der Schnee nur etwas für jene seien, welche diese Jahreszeit auch für Winter- und Schneesport nützen. Also, nichts für mich. Trotzdem habe ich ab heute (dh. gestern, Montag halt) zwei Wochen "Ferien".




Das bringt mich echt zum Verzweifeln. Ich dekadier in den Ferien immer total (man erinnere sich eventuell an die Ikea Cookies). Normalerweise ist das jedoch negligierbar. Diesmal scheint es mir aber äusserst ernst - primär, weil ich mir aufgrund der verkehrten Ernährung eine Magen/Darm-Verstimmung zugezogen habe, welche mich schier zur Weissglut treibt.
Nachtrag: Am Morgen nach diesem Post, um etwa acht Uhr habe ich mich dann (ungewollt) erbrochen; Muss wohl etwas verdorbenes o.Ä. gegessen haben. Jetzt (vier Uhr) geht es mir besser. Bis auf diesen grässlichen Galle-Geschmack auf den Zähnen.

Nun, was kann ich tun? - Was soll ich tun? (Plötzlich, eine Kantische Frage)

Videospiele: Operation Anchorage; Xenogears

Nun, ich habe Fallout 3s Addon/Downloadable Content Operation: Anchorage gespielt. War... interessant. Anfangs voll immersiv, ich war voll am herum schleichen mit dem Scharfschützten Gewehr und alles. Am Ende ging ich eben damit in Closerange-Combat, weil Munition in Unmassen verfügbar war.

Gleichzeitig spiele ich abundzu Xenogears, auf der Playstation. Das ist so ein J-RPG, welches wirklich gut ist! - bis auf Trainwreck Story à la Sunrise (Anime Produzent - Gundam, Code Geass undso).
Nun, Xenogears zeigt - so meine ich - wirklich schön, wieso Schopenhaurs Mitleidsethik leider nur eine utopische Vorstellung ist. Fei, der Hauptcharakter befindet sich nämlich eben dank solcher Überzeugung in einem riesen Dilemma: Darf man sich in die Geschicke der Welt einmischen und ihr seinen eigenen Willen aufzwingen?
Fei lehnt dies kategorisch ab. Der Lauf der Dinge zwingt ihn jedoch wiederholt, mit diesem Vorsatz zu brechen um entweder sich selbst oder andere zu schützten.

Das Problem lässt sich einfacher formulieren: Wenn eine moralisch gute Tat eine solche ist, welche nicht aus eigenem Willen geschieht, was für ein Wille kommt dann sonst in Frage? Und wie finde ich heraus, ob jener Wille "gut" ist?
Denkbare Antworten? Viele. Mitleidsethik lässt sich mit deontologischen wie konsequentialistischen System koppeln, man erhält einfach ein Gebilde mit einer Zusätzlichen "Ebene".
("Darf ich meine Tochter bezüglich dem Christkind belügen?" - Mitleids-Utilitarismus: "Ja klar, Altruisimus und Nützlichkeit pur!" - Moment, ist das nicht Singers Präferenz Utilitarismus? Nicht ganz...)

Januar Musik

Ein Freund hat mir Simsemilia empfohlen. Französischer Reggae Act, die sind Anti-Konsum, Anti-Kapitalismus, Anti-Waffenindustrie, Anti-Krieg, überhaupt: Anti-Alles.
Ich finde "Résistances" recht cool - Das hat irgendwie mehr Wucht. "En quête de sens" ist jedoch das Album, welches "neu" ist und hier eigentlich behandelt werden sollte - Ich kenne mich jedoch überhaupt nicht aus mit Reggae, und möchte mich daher nicht blamieren. (;

Als ich die Grippe hatte, habe ich mal ferngeschaut, und dabei habe ich Peter Fox gesehen - Der, und Band (?) hat so Affenmasken auf.
Bin noch unsicher ob "voll krass" oder "entry level" - Was mir jedoch an "Schwarz zu Blau" extrem gefällt ist diese erwachend-nüchterne Erkenntnis der unumgänglichen Absurdität des urbanen Lebensstils. "Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein; So dreckig so grau. (...) Und ich weiss, ob ich will oder nicht; Dass ich dich zum atmen brauch' "
Was mir eher weniger gefällt ist der Rest. Ja. Richtig gelesen. Bis auf das Konzept dieses einen Lieds gefällt es mir nicht besonders. Nicht einmal die Umsetzung.


4chan

Nun, ich poste etwa ~10 mal die Woche, denke ich. Der Sage-Anteil steigt jedoch immer weiter - Seit diesem Boxy-Scheiss gibt es zu viele /b/tards in /r9k/, und überhaupt.



Dienstag, 2. Dezember 2008

Wolken Obsession

Es gibt einige Dinge, welche mich tränend und halb schlafend um 2 Uhr Nachts noch an den PC binden könnten. Fallout 3, ein Film von David Lynch, ein Config File - Aber keines, ausser eben dieses, veranlassen ein Blogposting.



Total unschuldig. Das Cover sieht, äh, ja, "leicht" doof aus. Könnte mit dem Soundtrack irgendeiner Märchen-Komödie verwechseln, oderso.
Aber dann.
Cello. Klavier. E-Gitarre. Mehr Klavier. Nach 34 Sekunden fletsche ich mit winterzertrockneter Lippe ein Lächeln wie selten. Ich denke einfach mal Pauschal, das sei eine Art Post-Rock/Electronica Merger und täusche mich fatal.
Cloud Cult... machen "Experimental Indie Rock". Da habe ich nicht so die Expertise. Aber das spielt ja keine Rolle.
Das Album ist total innovativ. A Capella Passagen. Glockenspiel. Tornado-Sound Effekte. Orgel-Synths. Stereo-Mixing wie bei Led Zepplin. So komische Stimmverzerrungseffekte. Violinen Duette. Radio Aufnahmen. Akustische Gitarre. Falsettogeflüster. Whistle-Einlagen. So 80s-Chöre. Handorgel. Ein Lied über Jesus' Grossenkel. Drums'n'Bass artige Medleys. Wildes Rumgeschreihe. Feel-Good Ghosts.

Das ist ja mal so Hip. Mein totaler Favorit natürlich "Hurricane and Fire Survival Guide":

I'm sick and tired of being sick and tired
I'll laugh my whole way through the hurricanes and fire

Meine voreingenommene Empfehlung - May your Hearts stay strong!

Samstag, 7. Juni 2008

Sword of the Stranger

Anime Film; 2007


Hmn, ursprünglich wollte ich ja über Sweeney Todd schreiben, aber habe es mir jetzt kurzfristig anders überlegt.

Sword of the Stranger siedelt im Samurai-Swordplay-Seinen Gebiet an ("Seinen" ist so ein Überbegriff für Anime mit Zielgruppe 18-30 männlich), von welchem ich nur bedingt begeistert bin. Produziert von BONES besticht SotS nicht nur durch wunder prächtige Hintergründe und packende Erzählung, der Film beschäftigt sich auch mit dem Konflikt der Ideologie mit dem Individuum.

Viele "Kamera-Einstellungen" erinnern an westliche Filme, auch so artsy close-ups von einem Insekt zu beginn des Filmes gaben mir schon zu denken. Anime will wirklich international werden. Aber solange die Ersteller nicht vergessen, worin die stärken des Animationsfilm liegen und ihre Wurzeln nicht ignorieren, wird das schon gut gehen.

Die Story scheint ein wenig kitschig. Mysteriöse Schwertkünstler, Chinesen auf Steroids und die Suche nach einem Unsterblichkeitselixir. Die Animation war fliessend, die Kampfszenen durchdacht. Noch nie hätte ich von mir behauptet, nach 1.5h in der Lage zu sein einen Character an seinem Schwertstil zu erkennen. Musik passend; Speziell die letzten Szenen liessen einen starken Eindruck. Soundeffekte bis auf einen total hässlichen Schnitt gen Ende des Filmes überzeugend, noch nie machte so eine stereotypiesche Rammpflock-Meets-Tor Szene soviel Spass. Voice-Acting sagenhaft!

Um zum philosophischen Aspekt des Filmes zurück zukehren: Durch den Film hindurch kommt die Frage auf, ob wir unseren Idealen unbedingt folgen sollten. Diese Problematik wird interessant erweitert: Die schelmischen Chinesen erwarten, dass die biederen Japaner aufgrund ihrer Loyalität zum Ideal handlungsunfähig werden. Mit den zwei darauf folgenden Verräten auf beiden Seiten erlangt das Schlachten an Tiefe. Die Frage nach der Notwendigkeit des Schmerzes zur Existenz gibt dann der Handlung erneut eine weitere Dimension. Schmerz und Vergänglichkeit treiben uns an, das eine wollen wir entgehen, das andere überdauern. Jedoch schliesst das eine das andere scheinbar aus: There's no such thing as a free lunch.

Im Vergleich mit KenshinX fehlt einfach Tomoe Yukishiro - Also eh, die Romanze und Familiendrama, wie es sonst nur im Theater zusehen ist. Auch fehlt mir dieser atypische "Nein, zu dieser Zeit will ich definitiv nicht in Japan leben!"-Eindruck. Aber overall war Sword of a Stranger fesselnd und regt zum nachdenken an.

Samstag, 24. Mai 2008

Gut Gut; Musik Neuheiten aus 2008

Gut Gut.

Blogger Optionen kurz überschaut [x]
Mir noch einen Kafi gemacht [x]
Ein halbes Konzept überlegt [PENDING]

Offenbar ist jetzt der grosse, diesmal wirklich, grosse Moment gekommen. Der erste Post mit Inhalt, ohne Ausrede.
Ich fühle mich fast wie von etwas Soziophobia-ähnlichem eingeengt, als könnte ich nicht genau sagen was ich sagen wollte, wenn ich doch nicht weiss wer das lesen soll - und wer es dann liest, weiss nicht wie interpretieren. Diese Blogger-Leser Beziehung muss wohl durch mehrere Posts entstehen - Ein wenig wie das Tagebuch eines Fremden... ja.

Darum will ich über etwas oberflächliches Schreiben. Zum Beispiel darüber, was ich tat bevor ich diesen Blog eröffnete. Ich habe das Topic in einem IRC-Channel auf "Grieg - In Autumn, Piano Concerto, Symphony in C.flac" gesetzt. In diesem Chatroom treffe ich mich mit meiner Peer-Group (welcher ich von diesem Blog erstmal nichts verraten will). Ich glaube kaum, dass die Interesse daran hat. Aber Freundschaft bedingt es doch auf eine Weise, seine Interessen zurück zu halten, neue gemeinsame, am besten kolaborative*, Interessen entwickeln und hmnn, sicher keine aufgeben!
Zurück zu Grieg. Ich weiss nicht genau wer Grieg ist - Klar, der hat doch Peer Gynt vertont, In The Hall of the Mountain King, undso - höre ihn gerade das erste Mal zuhause. Nicht sehr Aufmerksam, zugegeben. Wenn Sie, Leser, Grieg-Fan sind, muss ich sie jetzt leider enttäuschen. Dieses Namedroping ist nur ein Vehikel, welches mich zum Thema Musik bringt.
Eines meiner grösster Hobbies ist Musik hören, katalogisieren und ehmn, mehr Musik finden. Über den Umfang meiner Hab-Sucht habe ich schon so manche Debate geschlagen. Aber da ich mich vor der MAFIAA fürchte, bin ich schon fast wieder still.
Darum, jetzt schon fast Product-Placement, Neuheiten von Interesse.


Ayreon vs. Avantasia - Elected
Genre: Hmmnn, Progressive Power Metal?

Ich bin einwenig verwirrt von dieser Release. Die Story ist ja irgendwie so ein Scherz - Tobias und Arjen machen sich über die wilden Spekulation bezüglich dem übereinstimmenden Release-Dates ihrer letzten Alben lustig, in dem sie zusammen einen Song aufnehmen und noch einwenig Bonus Material drauf tun und die Scheibe wie Jethro Tull - Thick as a Brick gestalten.
Mir gefielen schon die 2 letzten Avantasia Alben sowie das letzte Ayreon nicht, somit wird's auch nichts mit dem Cooproduktions-Song Elected.
Das Bonus Material ist aber verdammt solide. Die Piano Version von Ayreons "Day Six: Childhood" sorgte wenigstens bei mir für angefeuchtete Augen. Die Verschmelzung von Solo Piano mit Ayreon-typischen, oft total deplatzierten, Post-Production-Effects stimmte mich recht nostalgisch.


Joe Frawley - The Hypnotist
Genre: Ambient, Minimalismus, Avant Garde...

Ich wünschte, Max Richters Songs wäre einwenig mehr wie The Hypnotist.
Irgend eine esoterisch angehauchte Sprecherin der Englischen Sprache mit Französischem Akzent entführt im Duet zu "Breath in; Breath Out" in eine Traumwelt, welche von einem Film Noir Protagonisten im Delirium hätte entspringen können.
Eine Schwäche hat das Album jedoch - Ich will Lieder hören, nicht nur Geschichten. Mehr Musik auf Kosten von Avant Garde Hörspiel. Aber ich glaube, das war nie die Idee dahinter. Wie schade...

Tatsächlich hatte ich bis vor kurzen keine Ahnung, wer Joe Frawley ist. Auf seiner Website wird er jedoch in einem Zitat mit The Orb verglichen, an denen stört mich oft fast das Selbe.
Fazit: Nur für Genre Liebhaber. Wenn es solche gibt.


Pendulum - In Silico
Genre: Drums'n'Bass auf Abwegen

In ~8 Jahren werde ich Pendulum sicher in meine Jugensünde einreihen. Aber Ohgott. Ich muss das einfach hören.
In Silico ist zwar nicht Hold Your Colour II, auch wenn ich mir das wünschte. Entäuscht bin ich überhaupt nicht. Ich weiss nicht genau, was ich hier sagen soll. Es ist Pendulum, Drums'n'Bass, oft mit Gitarren-Sound, fast Space-Rock artigen Stimmen und euphorisch epischer Stimmung - Die sich jedoch nie zu ernst nimmt.
Propane Nightmares; The Other Side; The Tempest - Das sind ungefähr meine Favouriten. Granite habe ich bereits zu oft gehört und passt irgendwie nicht mehr rein. Mutiny steht einwenig im Schatten von The Other Side.
D'n'B ist so ein Genre, in welchem die Lyrik oft sekundär kommt (eigenbeobachtung). Oft beinhalten 5 Minuten Lieder auch nur gerade 5 Zeilen, und dann selten etwas mit Inhalt. Eben darum hat es mir The Other Side irgendwie angetan. Das Motiv der Ent- und Verführung als ein Loslösen der Norm, "des Systems", zum Zweck der Selbstfindung mit erheblichem Opfer fand sich schon in der Genesis ein. In The Tempest wird der Hörer mit noch mehr Sprechgesang verwöhnt, untermalt von orientalisch anmutenden Rhythmen wird einem spätestens kurz vor der 2 Minute mit dem Einsetzten der E-Gitarre klar, dass es sich hier um etwas wirklich episches halten muss. Thematisiert wird Vergänglichkeit. Jaja. Alles Verängliche; Ist nur ein Gleichnis... hmnn... Anhören!


Dj Shadow & Cut Chemist - The Hard Sell
Genre: Hip-Hop, Turntableism

Ich war ja mal voll Dj Shadow Fan. Klar, von Entroducing..., und das kommt wirklich nicht mehr. Dafür... noch seinen Remix, 2 Teile à 42 und 27 Minuten. Erfrischend, irgendwie. Ehrlich gesagt habe ich hier das gleiche Problem wie bei Grieg. Mir gefällt zwar die Musik, aber ich bin nicht fähig 1h Konzentriert Musik zu hören. Also höre ich wieder halbherzig. Gut. Also, der Mix, er scheint mir gut. Ich habe Cut Chemist nie davor gehört - will mich jetzt aber nicht als Unkenner zu erkennen geben. Darum empfehle ich zu The Hard Sell noch Dj Shadows Essential Mix von 2007.


Sonstiges

2008 brachte uns ebenfalls noch ein neues A Silver Mount Zion, aber ich mag das ursprüngliche Godspeed You Black Emperor! eher als ihr Derivat und natürlich, Portishead. Das... sollte ich mir mal genauer anhören.
Entäuscht wurde ich noch von: In Flames, E.S. Posthumus, und sicher noch mehr, aber erfolgreicher verdrängt.



* Sneaky footnote (höhö): Ich habe das Gefühl, das Wort stimmt nicht. Aber passt doch Sinngemäss irgendwie. Also will ich es lasen.